Ausstellung
"Anhörung im Bußgeldverfahren"
Unser erstes Auto – wir haben es ausgeschlachtet. Einen alten Opel Corsa, per Hand in über 800 Einzelteile zerlegt. Doch dies war kein Vandalismus, keine sinnlose Zerstörung. Es war ein künstlerischer Prozess, eine bewusste Auseinandersetzung mit einem Objekt, das uns vertraut erscheint, aber selten hinterfragt wird.
Wir betrachteten das Auto nicht einfach als dämonisches Symbol oder Fetischobjekt, sondern als Material – eine Ansammlung von Formen und Mechanismen, die es wert war, rückwärts untersucht zu werden. Durch die Zerlegung eröffneten sich neue Perspektiven auf Funktion, Sinn und Wandlungsfähigkeit von Autos. Es ging nicht darum, Ersatzteile freizulegen, sondern Einzelteile zu befreien – für neue, unerwartete, groteske, absurde, komische oder tragische Verwendungen. Ein scheinbar banales Objekt wurde so zur Grundlage künstlerischer Transformation.
Diese erste Ausstellung dient als Preview und soll unsere künstlerische Praxis reflektieren und sichtbar machen. Im Juni folgt eine zweite Ausstellung an verschiedenen Orten in Braunschweig, in der wir erproben, wie weit sich dieser künstlerische Ansatz ausdehnen lässt.